Fischland-Darß-Zingst - Ostseebad Ahrenshoop

Ostseebad Wustrow
Vereinigung der Kapitäne und Schiffsführer des Fischlandes

Beitrag: Brigitte Hildisch in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Kapitäne und Schiffsführer des Fischlandes

Es begann mit einem Treffen am 7. März 1998 im Cafe "Wustrower Sonnenhof".

Die Vorgeschichte: 139 Jahre lang schlummerte ein Glaskrug - der Kapitänshumpen - auf einem Boden in einem Wustrower Kapitänshaus. Dieser traditionsreiche Gegenstand war einst das äußere Zeichen der Zunft der Fischländer Schiffer.

An jenem Märzabend übergab Sabine Neubert, die damalige Besitzerin des Humpens, den Glaskrug an die Fischländer Kapitäne. Sie waren als Pensionäre, Vorruheständler oder auch als aktive Fahrensleute der Einladung zum Treffen gefolgt. Wie früher sollte der Kapitänshumpen seinem Zweck erfüllen. So die Bitte der Finderin.

Vereinigung der Kapitäne und Schiffsführer des Fischlandes Vereinigung der Kapitäne und Schiffsführer des Fischlandes Vereinigung der Kapitäne und Schiffsführer des Fischlandes
 

Der wichtigste Schritt, eine Vereinigung der Kapitäne zu gründen, wurde in die Wege geleitet.

Der Humpen mit seinen Originaldokumenten aus dem Jahre 1859 war also wieder aufgetaucht. Unter den traditionsbewussten Fischländer Fahrensleuten verstärkte sich inzwischen der Wunsch, der Bestimmung des Pokals gerecht zu werden. So fand am 30. März 1998 eine zweite Zusammenkunft der Kapitäne statt. Sie hatten abzuwägen, ob sie die die Gründung eines selbständigen Vereins anstreben oder die für eine Vereinigung wählen sollten. Die Gründung eines Vereins schien eine langwierige und komplizierte Angelegenheit zu sein. Und somit entschied man sich für eine Vereinigung. Außerdem entschloss man sich, die Vereinigung für die Kapitäne des ganzen Fischlandes offen zu halten. Das war auch das Anliegen der Stifterin, den Kapitänen aus den Orten Kirchdorf Wustrow, Niehagen, Althagen Dierhagen und Dändorf eine Mitgliedschaft zu ermöglichen. Allein in Wustrow waren 32 Kapitäne damals ansässig.

Am 28. April 1998 wurde die Satzung der Vereinigung der Kapitäne und Schiffsführer des Fischlandes angenommen. Sie besagt, dass Kapitäne, die auf dem Fischland geboren wurden, hier ihren Wohnsitz haben oder 10 Jahre gewohnt haben, eine Mitgliedschaft beantragen können. Es spielt keine Rolle, ob sie bei der Handelsmarine der Fischerei, der Technischen Flotte oder der Fährschifffahrt tätig waren.

Übrigens von Zeit zu Zeit wird der Kapitänshumpen aus Kristall mit Sekt gefüllt. Immer dann, wenn ein neues Mitglied in die Runde aufgenommen wird. So ist es seit Gründung Brauch.

Ausstellung in der Wustrower Kurverwaltung Vereinigung Fischländer Kapitäne Vereinigung Fischländer Kapitäne
 

Was hat die Vereinigung der Fischländer Kapitäne bewirkt?

Die Vereinigung der Kapitäne und Schiffsführer des Fischlandes bewahrt das Andenken von Wustrower Bürgern, die sich um die Seefahrt verdient gemacht haben. Ihr Schaffen soll gewürdigt werden, ihr Arbeitsleben nicht in Vergessenheit geraten. An verschiedenen Häusern wurden Gedenktafeln angebracht, wie in der Lindenstraße. Dort gibt es eine Erinnerungstafel für Walter Steinfatt. Er lehrte viele Jahre an der Seefahrtsschule Wustrow. Sein Bemühen, diese Schule nach dem Kriegsende 1945 wieder "lehrbereit" zu machen, ist im Ort noch lebendig.

In der Wustrower Kirche entdeckt man im Hauptschiff einen unter Glas gerahmten Gedenktafel. Auf dieser Tafel wird an die Tradition der Seefahrt in Wustrow und an die auf See Gebliebenen erinnert.

Um die Geschichte Wustrows seinen Gästen näher zu bringen, wurde ein Kulturpfad angelegt. Auch hier gibt es Spuren der Fischländer Kapitänsvereinigung. überall dort, wo es Seemännisches darzustellen gilt, sind die Kapitäne gefragt. Unter anderem kann man nautische Geräte in einer Vitrine, die sich in der Kurverwaltung Wustrow befinden, anschauen. Dort sind zum Beispiel ein Sextant oder ein Sternfinder ausgestellt. Diese Gegenstände entstammen einer Zeit, als die Navigation noch mit wenigen Hilfsmitteln betrieben wurde.

Viele Fischländer Kapitäne fanden ihre Ruhestätte auf dem Wustrower Friedhof. Auch dorthin führt der Kulturpfad. Die Vereinigung setzte sich für die Ehrung der Fahrensleute ein mit Inschriften.

Zur 775. Jahrfeier des Ostseebades Wustrow erzählen die Mitglieder der Vereinigung auf traditionelle Weise etwas über frühere Bräuche unter den Seeleuten. Sie wollen an den sogenannten "Auszug der Seeleute" erinnern. Im Frühjahr war es einst Sitte, die Seefahrer, bevor sie auf ihren Segelschiffen losfuhren, mit ihren Koffern nach Rostock zu bringen. üblicherweise mit Pferdewagen. So ein Auszug wird nachgestellt. Begleitende Personen in Kapitänsuniformen runden das Bild ab. Sie schaffen einen Bezug zur Seefahrtsschule, an der viele Mitglieder der Vereinigung ihre Ausbildung erhielten.

Jährlich übergeben die Fischländer Kapitäne einen Wanderpokal an die Gewinner der Kleinen Fischländer Wettfahrt. Vielfältige Aufgaben werden also erfüllt.

Vereinigung der Kapitäne und Schiffsführer des Fischlandes
18347 Ostseebad Wustrow
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