Fischland-Darß-Zingst

Ostseebad Wustrow
Kurzer geschichtlicher Abriss zur Entwicklung der Seenotrettungsstation zu Wustrow auf Fischland.

zusammengestellt von Günther Weihmann, Strandstr. 8a 18347 Ostseebad Wustrow
Bilder: aus der Sammlung von Günther Weihmann

"Gott seg´ne den Strand!" Dieses in den Kirchen geführte Gebet um recht viel Strandgut war jahrhundertelang auch Wunsch der Küstenbewohner. Ihnen gehörte das, was das Meer auf den Strand "brach". Das Recht auf den "Strandbrok", das - so glaubten sie - zu ihrem Leben gehörte, war aber das "verbriefte Recht" der Obrigkeit. Landesherrlich wurde damit umgegangen. Die Strandgerechtigkeit wurde durch die Fürsten verschenkt, vererbt, verkauft! Im Raum des Fischlandes gehörte jene Gerechtigkeit viele Jahre dem Claren-Kloster zu Ribnitz. Herzog Albrecht II., König von Schweden, hatte dieses Recht dem Kloster 1412 durch Bestätigung geschenkt. Die dortigen Nonnen bestanden auch gegenüber den Landesfürsten dann auf ihrem Recht, wenn nach Strandungen von Schiffen, sie, die schon angeeigneten Waren wieder dem Eigentümer auszuhändigen hatten. Die Menschen, die zu Schaden gekommen oder ertrunken waren, interessierten nur am Rande. "Das Kirchengebet wurde erst am 8. Oktober 1777 von Herzog Friedrich den Frommen als anstößig untersagt."(C. J. F. Peters, Swante Wustrow,1934)

Über 80 Jahre mussten noch vergehen, Schiffe gingen verloren, sie strandeten an den Küsten, Menschen kamen um in großer Anzahl, ohne je richtige Hilfe erwarten zu dürfen. 1865 fanden sich Menschen zusammen, für den Anfang eines organisierten Rettungswerkes an den deutschen Küsten nach englischen und holländischen Vorbild. LogoDie Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger wurde am 29. Mai d. J. in Kiel gegründet, nimmt später ihren Sitz in Bremen. Ziel der Gesellschaft war und ist es noch heute, die Rettung und die Hilfe für in Seenot und in Gefahr befindlicher Schiffe, aber vornehmlich der Menschen! Die DGzRS vereinte 1866 auch die 1847 errichtete großherzogliche Rettungsanstalt zu Wustrow auf Fischland. Ausgerüstet mit Raketenapparat und Ruderrettungsboot wurde das Seenotrettungswerk ausgeführt.älteres Foto 1907 wurde an der Strandstraße jenes Gebäude errichtet, in dem noch heute die örtliche Rettungsmannschaft ihre Unterkunft hat.

Gemäß dem Stand der technischen Entwicklung änderten sich Raketenapparat und Boot bis Mai 1945, dem Ende des 2. Weltkrieges nur unwesentlich. Mit der Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen fällt die Wustrower Station in die Sowjetische Zone und somit aus dem Zuständigkeitsbereich der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger heraus. An der Küste Mecklenburgs übernimmt die Staatsmacht die Lenkung der Seenotrettung. 1947 ist die Station Wustrow auf Fischland wieder voll funktionsfähig. Die Rettungsmänner sind nicht mehr nur reine Seeleute, sondern finden sich aus allen Schichten der Einwohnerschaft.Das Ruderrettungsboot ist noch bis 1963 , ebenso der Raketenapparat, im Einsatz. Danach treten ein motorisierter Schwimmwagen aus Armeebeständen, der sich aber nicht bewährt, das Erbe an.

LöogSeit 1964 zeichnet dann für die Aufgaben des Seenotrettungsdienstes in der DDR das Seefahrtsamt verantwortlich. Mit der Modernisierung der Einsatzmittel, ihrer Mobilität, hat sich auch das Einsatzgebiet verändert. Zu dem Seegebiet vor dem Fischland gehört nun auch der Saaler Bodden im Rücken des Ortes. Ab 1979 sind leichte motorisierte Schlauchboote mit Außenbordmotoren auf Trailer in der Ausrüstung. Den Raketenapparat haben moderne Leinenwurfgeräte abgelöst. Das Alles wird mittels LKW der DDR-Typen "W 50" und "L 60" transportiert.
 
1990 geht nach 45 Jahren das Seenotrettungswerk der DDR, so auch die Station zu Wustrow auf Fischland, wieder in die Zugehörigkeit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger über. Am 03. Oktober melden wir uns bei der DGzRS "zum Dienst", in der Gesellschaft, die nur durch Spenden und Zuwendungen von Freunden und Förderern des Seenotrettungswerkes unterhalten wird. Unter dem Hansekreuz verrichten wir nun unsere Arbeit weiter!Foto vom BootDem ständigen Prozess der Gesellschaft zur Modernisierung Rechnung tragend erhalten wir 1993 das modernste Rettungsboot. - Dazu stellt die DGzRS den Freiwilligen auch stets eine entsprechende, moderne Rettungsbekleidung zur Verfügung!

Die Rettungseinheit von Boddenboot "BARSCH" mit Trailer und Zugmaschine (Typ Unimog U 2150 L) ist den Bedingungen auf Fischland zugeschnitten. Im Verband mit den Nachbarstationen Warnemünde und Darßer Ort/Prerow bzw. Wieck a. d. Darß sind die freiwilligen Rettungsmänner der Wustrower Station ständig bereit zur Hilfe und Unterstützung auf der freien See oder den Boddengewässern.

Zeittafel zum Seenotrettungswerk auf dem Fischland - den Stationen Wustrow´s!

Einsatzgebiet und Stationen der DGzRS-Rettungsflotte - 2003

Auch Sie können Freund, Förderer des Seenotrettungswerkes, der DGzRS werden! Logo
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Werderstraße 2
D-28129 Bremen
www.dgzrs.de
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BLZ 200 100 20
KtNr. 7046-200
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