Fischland-Darß-Zingst

Die geologische Entwicklungsgeschichte des Fischland-Darss-Zingst

Beitrag: Frank Hammerschmidt, Rostock

Die heutige Form der Halbinselkette Fischland-Darß-Zingst ist das Ergebnis der letzten Eiszeit und des noch andauernden Prozesses von Abtragungen und Anlandungen im Küstenbereich.

Die sich vorschiebenden Eismassen hatten auf dem Grund der Ostsee von der dänischen Insel Falster bis zum Fischland/Darß die Darßer Schwelle geschaffen, deren aus dem Meer herausragenden Erhebungen, die Inselkerne vom Fischland (heute Wustrow bis vor Ahrenshoop) und vom Altdarß (heute zwischen Mecklenburger Weg und Born-Wieck) bildeten. Im Westteil der heutigen Halbinsel Zingst existierten mindestens drei kleine kaltzeitliche Inselkerne. Diese Inselkette bildete ein System der Ausgleichsküsten:

Die westlichen Kliffküsten der Inseln Fischland und Altdarß sind bei den vorherrschenden West- u. Nordwestwinden einem Abbruch durch Wind, Regen, Frost und Meereswellen, vor allem bei Sturmfluten, ausgesetzt. Das abbrechende Material wird vom Meer nordwärts transportiert und an den Nordküsten der Inseln wieder angeschwemmt.

So bildete sich der Vordarß, der die Verbindung Fischland und Altdarß herstellte und der Neudarß nördlich des heutigen Mecklenburger Weges. Das ehemalige Meeresufer dort kann man noch gut erkennen. Typisch für die Ablagerungen am Darß sind die Haken und Nehrungen (schmale Landzungen). Der angeschwemmte Sand wurde vom Wind erfasst und zu Dünenwällen (als Reffe bezeichnet) aufgebaut. Es reiht sich so Reff an Reff, deren dazwischenliegende, häufig wasserführende Dünentäler, Riege genannt werden. Diese Riegen sind heute teilweise vermoort und bilden die urwaldartigen schönen Erlenbrüche. Der angeschwemmte Sand wird in einem langwierigen Prozess der Bodenbildung zu einem Bodentyp, ähnlich dem des Altdarßes.

Bodenprofil 1 Bodenprofil 2 Bodenprofil 3
Bodenprofil Bodenprofil Bodenprofil
Neudarß bei Prerow Neudarß nördlich vom Mecklenburger Weg Altdarß südlich vom Mecklenburger Weg
Bodentyp:
schwach podsolierter Dünen-Ranker
Bodentyp:
schwacher Podsol ("Ascheboden")
Bodentyp:
ausgeprägter Podsol

Der Prozess der Ausgleichsküsten trägt auch bei der Ortslage Zingst Sand ab und schwemmt ihn an der Ostküste, dem großen Windwatt wieder an.

Zwischen der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und dem Festland liegt eine Kette flacher, 2-3 m tiefer Bodden mit einer Breite bis zu 8 km. Ursprünglich waren sie ausgehöhltes Festland, Schmelzwasserrinnen der Grundmoräne. Vor ca. 7000 Jahren als der Meeresspiegel durch das geschmolzene Eis deutlich anstieg , flutete die See allmählich diese Mulden.

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