Fischland-Darß-Zingst

Fischland-Darß-Zingst
Liebevoll gestaltete Haustüren auf dem Darß

Quellen:

  • "Das kleine Buch der Darßer Haustüren" von Frank Braun / René Roloff
  • Darß-Museum Prerow

Eine Besonderheit der Orte auf dem Darß (die Orte Born, Wieck und Prerow liegen auf dem Darß), sind die vielen, so unterschiedlich, aber liebevoll gestalteten Haustüren.

Mit dem wirtschaftlichen Wandel der Zeit, ausgehend von der bäuerlichen Struktur über das Seefahrerdorf zum Urlauberort, ging auch ein Wandel der in den Dörfern verbreiteten Hausformen einher. Das sogenannte "niederdeutsche Hallenhaus" war der ideale Haustyp für die bäuerliche Wirtschaft. Hier waren Mensch, Vieh und die Lagerung der eingebrachten Ernte unter einem Dach.

Mit dem Umschwung von der bäuerlichen Wirtschaft zur Seefahrt und zum Schiffbau hat sich dann ein neuer Haustyp verbreitet. Typisch für diese Häuser sind, die tragenden Außenwänden, das Krüppelwalmdach und dass die breite Seite der Straße zugewandt ist. Dadurch hat die Haustür eine besondere Bedeutung - sie ist Mittelpunkt der Fassade und Haupteingangstür. Demzufolge wurden diese Türen mit besonders aufwendigen Oramenten gestaltet. Diese Verzierungen sind aber nicht nur dekorative Elemente, sondern haben auch unterschiedliche Bedeutung. So ist der Lebensbaum das Sinnbild für Lebensenergie, das Kreuz - die Abwehr des Bösen und der Anker - zeigt die Verbundenheit mit der Seefahrt.

Die ersten Türen ca.1790 bis 1850 waren meist einfache Brettertüren mit aufgesetzten Rahmen, bunt gestrichenen Ornamenten und einem Oberlicht. Ornamente waren zu dieser Zeit z.B. Anker, Blitzschutzsymbol, Blüte, Diamantschnitt, Ecken, Efeu, Fächer, Initialen, Lebensbaum, Kreuze, Palmette, Loorbeer, Rosetten, Säulen, Stern, Talerband, Tulpen, Vasen u.a.

Um 1850 bis 1900 waren die Türen schon als "echte Füllungstüren" konstruiert. In einem umlaufenden Rahmen sind drei oder mehr Füllungen je Flügel eingeschoben. Diese Konstruktionsweise gilt als edler als die aufgedoppelten Brettertüren. Ornamente in dieser Zeit waren z.B. Delphine, Krabben, Papyrusbündel, Pinienzapfen, Spitzbögen.

TürEinige historische Türen können Sie im Darß-Museum in Prerow besichtigen, wie z.B. diese spätklassizistische Kassettentür, Mitte 19. Jh., ehemals Prerow - Hafenstraße 20

Zwischen 1900 und 1930 war die Bautätigkeit wegen der wirtschaftlich schwierigen Lage und des 1. Weltkrieges sehr gering. Aus dieser Zeit stammen nur wenige Türen. Es handelt sich dabei meist um Füllungstüren, die z.T. oben mit Glasfeldern versehen sind.

1930 bis 1945, die "Renaissance" der Darßer Haustüren. Im Jahre 1931 gab der damalige Prerower Bürgermeister für den Neubau des Gemeindeamtes eine Tür mit traditionellen Darßer Motiven in Auftrag. Für die Farbgestaltung war der Maler und Graphiker Theodor Schultze-Jasmer verantwortlich und gab damit vermutlich den Anstoß für die mehrfarbige Gestaltung der Haustüren auf dem Darß.

1945 bis 1989 wurden zahlreiche Türen gefertigt, die in Konstruktion und Gestaltung der Vorkriegszeit folgten. Das Massivholz für die Füllungen wird langsam abgelöst von Sperrholz.

Seit 1990 wird zum einen ein Aufblühen der traditionellen Türherstellung verzeichnet mit verschiedenen historischen Techniken, zum anderen werden industriell gefertigte Türen mit nicht traditionellen Motiven versehen (Leuchtturm, Möwe, Windflüchter u.a.). Als Kompromiss kombiniert man häufig moderne vorgefertigte Konstruktionselemente, mit von Hand geschnitzten, auf Tradition beruhenden Ornamenten. Diese sind meist überregional verbreiteten Vorlagebüchern entnommen. So sieht man nicht nur auf dem Darß diese liebevoll gestalteten, farbenfrohen Haustüren, sondern auch in Wustrow und Zingst kann man sich an vielen solchen nachempfundenen "alten" Türen erfreuen.

Türmotive Darßer Haustüren Türmotive Darßer Haustüren Türmotive Darßer Haustüren


traditionell gefertigte TürNicht nur auf dem Darß kann man die historischen Haustüren finden.
So wurde diese Wustrower Haustür nach alten Vorlagen bei Meister Roloff in Prerow gefertigt.

Das Thema "Darßer Haustüren" wurde von dem FDF-Floristen-Team aus Sachsen Anhalt aufgegriffen und auf der Internationalen Gartenbau-Ausstellung 2003 in Rostock umgesetzt. So entstanden zur Freude der IGA-Besucher diese aus Blumen gestalteten Haustüren nach alten Darßer Orginalen.

Nachgestaltung der Darßer Haustüren mit Hilfe von Blumenanpflanzungen - IGA Rostock Nachgestaltung der Darßer Haustüren mit Hilfe von Blumenanpflanzungen - IGA Rostock Nachgestaltung der Darßer Haustüren mit Hilfe von Blumenanpflanzungen - IGA Rostock
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