Fischland-Darß-Zingst - Born a. Darß

Born a. Darß
Maskenball in Born a. Darß - die aufregenstste Zeit für eine "Borner Maske"

Beitrag: Eleonore Scharmberg - Born a. Darß, Sven & Agnes Grolik - Barth
Bilder: Sven & Agnes Grolik - Barth

Endlich Dezember. Noch gute sechs Wochen bis zum ersten Maskenball und ich habe eine tolle Idee für unsere Maske, eine ganz originelle. In Kürze treffen wir uns und beraten über meinen Vorschlag, wie sich unsere Gruppe dieses Mal darstellen könnte. Wenn in meiner Familie nur alle wieder dabei wären! Vielleicht bitte ich auch einen Freund oder guten Bekannten bei uns mitzumachen.Wir sind zwar ein gutes Team, aber in meinem Kopf kreisen oft Gedanken, was wir tun können, um diesen Maskenball in Born am Leben zu erhalten. All die Jahre hat es soviel Spaß gemacht. Wie kann ich andere Leute neugierig machen?

Meine Idee mit der Maske ist wirklich gut. Ob die Zuschauer sich eigentlich vorstellen können, wieviel Arbeit in ihrer Anfertigung steckt? Und für jeden Maskenball ein neuer Einfall. Was gäbe es für eine Enttäuschung, wenn die Maske schon früher einmal entworfen worden wäre. Nur gut, dass wir kein vorgeschriebenes Motto oder gar Figur haben. Das würde unsere Kreativität mächtig einschränken. Natürlich immer die bange Frage im Hinterkopf: "Ist unsere Idee einmalig?"

Was hatten wir schon für verrückte Masken im Saal, damals dieser Leuchtturm vom Darß oder der Hund mit seiner Hütte. Ohje, hat uns der arme Kerl zum Lachen gebracht, als er mit dieser Hundehütte auch in der Pause über den Tanzboden robbte. Nun, um echt zu wirken, muss man schon wissen, wie das Original aussieht und was es im wahren Leben so treibt.

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Heute abend will ich meine Materialsammlung durchforsten. Als ich im Sommer in Stralsund war, habe ich mich bereits nach Stoffen umgesehen. Die Verkäuferin in der Kurzwarenabteilung kennt mich schon, wie auch die in Rostock. Sie wissen, besonders brauchen wir die glitzernden Artikel, in dem dunklen Tanzsaal wirken sie am eindrucksvollsten. Eigentlich vergeht kein Urlaub ohne Materialsuche, wenn nicht für diesen Maskenball, für den nächsten bestimmt. Zum Glück, Schaumgummi und Farben habe ich reichlich. In der Ecke liegt wie immer mein Stapel mit alten und neuen Faschingskatalogen aufgetürmt. Keine Einschränkungen beim Material. Naja, es ist nicht ganz billig unsere Kostüme anzufertigen. Und vor allem kostet es Zeit, aber gerade auf unsere gemeinsamen Abende freue ich mich so.

Ich erinnere mich, für Rusti vom Starlight Express sammelten wir die öffnungsringe von Dosen, um sie als Nieten auf seinem Lederanzug aufzukleben. Und es sah so echt aus, auch die Details müssen stimmen. Die Klebearbeiten dauern eh am längsten. In der Ecke zwischen Couch und Fernseher werde ich die geklebten Teile lagern. Mein Wohnzimmer ist ziemlich geräumig und für Besuch habe ich demnächst sowieso keine Zeit. Wenn die Wochen nur schnell vergehen.

Den Maskenball sehe ich vor mir. Schon vor der Eingangstür zum Saal fühle ich, wie die Gäste innen unruhig werden. Fast 21.00 Uhr und noch keine Maske hat sich im Saal gezeigt. Zeremonienmeister, es wird Zeit! Bitte die erste Maske oder Gruppe hinein! Wo habe ich die Musik für unseren Auftritt? Hier ist die CD. Für diesen Augenblick haben wir Masken die Hektik der vergangenen Tage ertragen. Wie so oft haben wir uns den letzten Schliff erst kurz vor Verlassen des Hauses gegeben. Und ganz vorsichtig bewegen wir uns zu unserem Transportmittel oder halten die Hände schützend über das Kopfteil, sobald der Wind etwas stärker bläst. Alles für diesen Moment - wenn wir ins Rampenlicht treten und ein Erstaunen bei den Besuchern hörbar durch den Saal geht.

Borner Masken - Bastelarbeiten Borner Masken - Bastelarbeiten Borner Masken - Bastelarbeiten


Jede einzelne Naht ist selbst genäht, jedes einzelne Schmuckstück ist selbst verklebt und jede Maske ist selbst entworfen. Etwas Gekauftes würde keine Beachtung finden. Nun im Tanzsaal suche ich mir einen Partner unter den Gästen. Hoffentlich erwische ich einen guten Tänzer oder Tänzerin, denn nach ein paar Runden beginne ich, die Enge der Maske zu spüren. Das Material scheint, mit jedem neuen Tanz zu einem fast luftundurchlässigen Panzer zu werden. Auf meinem Kopf der Schmuck, dessen Eigengewicht mehr und mehr drückt. Ob die anderen sich vorstellen können, dass ich gerade Schwerstarbeit leiste? Zum Abkühlen erst einmal in die Nähe eines Wasserhahns. Nur gut, dass ich genug Erfahrungen gesammelt habe: Problemlos bin ich durch die Eingangstür gekommen. Nichts an mir ist zerstört. Vorhin beim Tanzen allerdings habe ich eine herunterhängende Girlande touchiert. Ein Blick in den Spiegel und ein wenig an den Federn gezupft. Nun oh Graus auf die Toilette. Geschafft. Und zurück in den Saal. Hinter meiner Maske fühle ich mich unbeobachtet. Zeit zu gucken, mit welchen Tricks und Extravaganzen die andere Masken angefertigt wurden.

Auf dem Gang habe ich Spekulationen gehört, wer sich wohl unter meiner Maske verbirgt. Noch ist alles streng geheim. Ich habe den ganzen Abend noch kein Wort gesprochen, obwohl so mach einer versucht, mir ein Wort zu entlocken. Ich bleibe stumm! Ich werde mich nicht verraten! Jedoch glaube ich, dass langjährige Besucher meine Handschrift erkennen. Wie spät ist es eigentlich? Zum Glück bald 23.00 Uhr. Unser Bürgermeister hat schon zum Mikro gegriffen und das Ergebnis der Jury, wer die schönsten bzw. originellsten Kostüme angefertigt hat, in der Hand. Die Jury setzt sich, wie jedes Jahr, mit Leuten aus dem Publikum zusammen. Für eine gerechte Entscheidung sollten die Mitglieder gewisse Kenntnisse über das Anfertigen einer Maske besitzen. Die Preise sind vom Kneiper gestiftet.

Nun fühle ich mein Herz schneller schlagen. Unser Bürgermeister macht es wieder spannend. Platz 3 ist vergeben, nun Platz 2. Platz 1, unser Maskenbild wird aufgerufen. Ich habe es geschafft. Nun schnell aufs Podest und raus aus der Maske. Oh wie sehe ich wieder aus, verschwitzt und strubblig - egal. Ich jubiliere innerlich und strahle nach außen. Glücklich und zufrieden. All die Mühe und die Zeit werden belohnt. Noch ein Tänzchen und dann nach Hause. In wenigen Tagen ist der nächste Maskenball. Und für das neue Kostüm habe ich noch alles Mögliche zu tun.

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